Christkönig
Adolf-Kolping-Str. 3, 73033 Göppingen
Der Hauptort des Industriezentrums im Filstal, die Stadt Göppingen,
hatte bei der ersten allgemeinen Volkszählung nach dem 2. Weltkrieg am
13. September 1950 eine Bevölkerung von 39.329 Einwohner. Von diesen
waren 9.917 Heimatvertriebene und Flüchtlinge. Darunter 6.251
Katholiken. Da die Katholikenzahl infolge der regen Bautätigkeit im
Stadtteil Göppingen-West ständig stieg, wurde der Bau einer
katholischen Kirche in GP-West immer dringender. Deshalb sollte ein
Kirchenneubau - so heißt es in einer Zeitungsnotiz von 1964 - "die
längst zu klein gewordene, aber nicht erweiterungsfähige Marienkirche
an der Ziegelstraße entlasten." Unter dem damaligen Stadtpfarrer von
St. Maria, Monsignore Eugen Schmidt, wurde bereits 1954 der Bauplatz
für den Neubau erworben; aber erst 1962 konnte mit dem Bau begonnen
werden, nach den Plänen des Göppinger Architekten Richard Gruber. Diese
wurde in den Jahren 1962 bis 1964 erbaut und am Sonntag, 13. Dezember
1964 (3. Advent) von Bischof Carl Joseph Leiprecht auf den Titel
"Christus König" konsekriert und am 15. März 1971 die Pfarrei und
Kirchengemeinde mit dem entsprechenden Namen errichtet.
Überschattet
wurde der Bau durch den Absturz eines amerikanischen Hubschraubers am
27. Mai 1963, bei dem die beiden Piloten Captain Delozier und Sergeant
Rogers ums Leben kamen, als sie das 400 kg schwere Turmkreuz auf dem
Luftweg zur Montage am Turm transportieren wollten. Das schiefe Kreuz
und eine Erinnerungstafel am Fuß des Kirchturms erinnern seitdem an
diesen tragischen Unfall.
Die Gottesdienste in der neuen Kirche
übernahmen neben den Seelsorgern von St. Maria die Studienräte Ritz
(später Pfarrer von St. Maria) und Scheffold (später Pfarrer von St.
Markus in Eislingen), dann auch Studienrat Köhler (später Professor für
Kirchengeschichte in Tübingen).
Zur Kirche kam im Mai 1968 der
Neubau eines Kindergartens hinzu. Und schließlich wurde für die
inzwischen errichtete Seelsorgestelle auch ein eigener Seelsorger
ernannt: Wendelin Elbs, der die Gemeinde als Kurat und als Pfarrer
während 18 Jahren leitete. Im Juli 1971 wurde die Seelsorgestelle zur
Pfarrei erhoben, in deren Bereich nun auch die Katholiken von
Bartenbach dazukamen, die bisher zur Gemeinde Rechberghausen gehörten.
Während
der Vakanz vor ein paar Jahren gab der Dienstsiegel den Geist auf, es
musste ein neuer angefertigt werden. Dabei stellte sich heraus, dass
der Name Christkönig nur im allgemeinen Sprachgebrauch üblich ist,
nicht aber den offiziellen Namen darstellt. Dank der Bemühungen von
Dekanatsleiter Felix Müller wurde das geändert, so dass aus Christus
König offiziell Christkönig wurde.
Heute leben in Christkönig 1
278 Katholiken, in Stadtteil Bartenbach 1 261 Katholiken. Gemeinsam mit
der Kirchengemeinde, St. Maria bilden sie die Seelsorgeeinheit
Göppingen St. Maria-Christkönig.
Auch heute möchte die
Kirche mit dem schiefen Kreuz Fragenden und Suchenden die Botschaft von
der ersten Kirchweihe verkünden: Öffnet die Tore - einziehen will der
König der Herrlichkeit