Zur Seelsorgeeinheit gehören St. Maria, Hohenstaufen, Christkönig, Bartenbach und die kroatische Gemeinde.
Hohenstaufen

Der Ortsteil Hohenstaufen gehört mit ca. 250 Katholiken zur Kirchengemeinde St. Maria (Gesamtzahl in der Seelsorgeeinheit ca. 5.800). In Hohenstaufen treffen wir uns immer am Wochenende zum Gottesdienst in der Kirche St. Jakobus, besser bekannt als Barbarossakirche, abwechselnd Samstag Abend 19.00 Uhr oder Sonntag Morgen 8.30 Uhr.
Die Kirche St. Jakobus ist eine der Kirchen auf dem Jakobusweg, der von Ellwangen bis Santiago de Compostela führt. Immer wieder kommen Pilger, die auf dem Jakobsweg wandern, hier vorbei.
Ein besonderes Erlebnis ist die Auferstehungsfeier mit Osterfeuer am Ostersonntag, die noch vor Sonnenaufgang beginnt. Mit dem Aufgehen der Sonne feiern wir die Auferstehung Jesu.
wwww – wer, wie, wo, was: Anlaufstelle für Termine und Uhrzeiten, für Ihre Fragen und was Sie sonst noch so interessiert ist in Hohenstaufen Frau Renate Ziegler, Tel. 07165 / 717.
Christkönig
Am 13. Dezember 1964 hat der damalige Bischof von Rottenburg, Dr. Carl Joseph Leiprecht der neu errichteten Kirche die kirchliche Weihe erteilt.
Geplant wurde der Kirchbau an der höchsten Stelle im Reusch schon viel früher: In den Nachkriegsjahren waren viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene nach Göppingen gezogen, die Mehrzahl von ihnen waren Katholiken. Deshalb sollte ein Kirchenneubau - so heißt es in einer Zeitungsnotiz von 1964 - "die längst zu klein gewordene, aber nicht erweiterungsfähige Marienkirche an der Ziegelstraße entlasten." Unter dem damaligen Stadtpfarrer von St. Maria, Monsignore Eugen Schmidt, wurde bereits 1954 der Bauplatz für den Neubau erworben; aber erst 1962 konnte mit dem Bau begonnen werden, nach den Plänen des Göppinger Architekten Richard Gruber.
Überschattet wurde der Bau durch den Absturz eines amerikanischen Hubschraubers am 27. Mai 1963, bei dem die beiden Piloten Captain Delozier und Sergeant Rogers ums Leben kamen, als sie das 400 kg schwere Turmkreuz auf dem Luftweg zur Montage am Turm transportieren wollten. Das schiefe Kreuz und eine Erinnerungstafel am Fuß des Kirchturms erinnern seitdem an diesen tragischen Unfall.
Am Sonntag, 13. Dezember 1964 (3. Advent) schließlich konnte Bischof Leiprecht der Kirche die Weihe erteilen. Die Gottesdienste in der neuen Kirche übernahmen neben den Seelsorgern von St. Maria die Studienräte Ritz (später Pfarrer von St. Maria) und Scheffold (später Pfarrer von St. Markus in Eislingen), dann auch Studienrat Köhler (später Professor für Kirchengeschichte in Tübingen).
Zur Kirche kam im Mai 1968 der Neubau eines Kindergartens hinzu. Und schließlich wurde für die inzwischen errichtete Seelsorgestelle auch ein eigener Seelsorger ernannt: Wendelin Elbs, der die Gemeinde als Kurat und als Pfarrer während 18 Jahren leitete. Im Juli 1971 wurde die Seelsorgestelle zur Pfarrei erhoben, in deren Bereich nun auch die Katholiken von Bartenbach dazukamen, die bisher zur Gemeinde Rechberghausen gehörten.
Auch heute möchte die Kirche mit dem schiefen Kreuz Fragenden und Suchenden die Botschaft von der ersten Kirchweihe verkünden: Öffnet die Tore - einziehen will der König der Herrlichkeit
Bartenbach
Am Samstag, 9. November 1974 wurde das Gemeindezentrum Johannesheim in Bartenbach eingeweiht. Der Name Johannesheim wurde in Gedenken an Papst Johannes XXII gewählt, mit dem Wunsch, dass die Güte, die Offenheit und auch die Heiterkeit des Papstes im Johannesheim lebendig sind.
Am 7. November 1976 übergab Stadtrat Bruno Ullrich im Namen des Bundes der Vertriebenen das spätbarocke Kreuz. Vorfahren der Familie Weimper hatten dieses Kreuz zu Beginn des 17. Jahrhunderts bei ihrer Auswanderung in die Gegend von Soroskar bei Budapest mitgenommen. Nach dem 2. Weltkrieg brachte die Familie Weimper dieses Kreuz zurück. Mit Hilfe einer Spendenaktion bei den Vertriebenen konnte das Kreuz durch den Stuttgarter Restaurator Baldur Emmerich fachkundig restauriert werden. Dank der Spenden konnte der Wunsch, dieses Kreuz durch eine Marien- und Johannesfigur zu ergänzen, schon ein Jahr später erfüllt werden. Am 6. November 1977 durfte Pfarrer Elbs die beiden von dem Oberammergauer Künstler Erhart geschaffenen und von Baldur Emmerich zu einer harmonischen Einheit mit dem Kreuz gefassten Figuren weihen.
St. Maria liegt nahe am Stadtzentrum. In der näheren Umgebung sind mehrere Schulen und die Oberhofenkirche.
| So sieht unsere Kirche heute aus: | ![]() |
| Kirche um 1870, im Hintergrund Oberhofen | ![]() |
| Lithographie von St. Maria | ![]() |
1877 wird St. Maria eine selbstständige Gemeinde. Erster Stadtpfarrer wird Michael Munz bis 1887. Von 1887 bis Dezember 1910 ist Paul Moser der zweite Stadtpfarrer. In dieser Zeit wird die Wirtschaft "Germania" erworben. Heute ist es das Altenheim St. Martinus.
1912 wurde die Kirche zum ersten Mal renoviert. 1917 mussten drei der vier Glocken abgeliefert werden, die durch Spenden wieder beschafft wurden. 1925 wird die erste Orgel umgebaut. Von 1931 bis 1941 wird die Kirche umgebaut und erweitert. 1945 treffen drei Brandbomben die Marienkirche. 1959 wird die Empore der Marienkirche erweitert und begradigt. 1960 wird der Kirchenraum restauriert und die Unterkirche ausgebaut. 1964 ist die Grundsteinlegung zum neuen Turm von St. Maria mit gleichzeitger Weihe von drei neuen Glocken. 1968/1969 wird der Chorraum umgestaltet. 1995 Umbau der Empore und Einbau der historischen Walcker-Orgel.
Im Jahr 2000 fasste der Kirchengemeinderat den Beschluss, die Kirche zu renovieren. Am 20. Juli 2007 war die Altarweihe durch Weihbischof Kreidler.
Wenn Sie mehr über die Geschichte und Hintergründe von St. Maria erfahren wollen, können Sie im Pfarrbüro St. Maria das Buch "Spurensuche" gegen eine kleine Spende erwerben. Ein Team hatte sich vor Beginn der Innenrenovation auf die Suche gemacht und sehr viel Wissenswertes herausgefunden.
Kennen Sie das Grab am Vorplatz der Kirche ?
Das Grab von Dechant Lorenz im Hof der Marienkirche
Manche Leute unserer Tage fragen sich, wie kam es zu diesem Grab im Hof hinter der Marienkirche ?
Alois Lorenz wurde am 29.6.1877 in Mohren, Kreis Hohenelbe, im Riesengebirge geboren. Es war sein großer Wunsch und wohl auch seine Berufung, Priester zu werden. So wurde er am 25.7.1902 nach langem Studium und Gebet, in der Bischofsstadt Königgrätz zum Priester geweiht.. Nach Jahren als Vikar in verschiedenen Pfarreien tätig, kam er am 1.3.1906 als 2. Kaplan nach Landskron (Schönhengstgau, Sudetenland). Ab 1.4.1915 war er Administrator in Triebitz, danach bis 30.9.1916 Administrator in Lukau. Im Mai 1916 bestand er die Pfarrprüfung in Königgrätz und war bis 30. September 1926 Pfarrer in Lukau. Danach war er zwei Jahre Pfarrer in Ober-Wernersdorf. Am 1. Oktober 1928 wurde er unter dem Patronat des Fürsten Johann von und zu Liechtenstein zum Dechant von Landskron ernannt. Um 1939 bzw. 1941 wurde Dechant Lorenz Bischöflicher Bezirksvikar im deutschen Teil der Diözese, unter Generalvikar Monsignore Richard Popp, Erzdechant in Trautenau.

Die große Wenzelskirche in Landskron war die Dechanatskirche. Es gab noch zwei weitere Kirchen in der Kreisstadt Landskron: die St. Annakirche die die Magdalenenkirche. Auch manche umliegenden Ortschaften wurden von Landskron aus betreut. Als treue seelsorgerliche Helfer hatte Dechant Lorenz zwei Kapläne zur Seite. Nach segensreichen, priesterlichen Jahren in Landskron kam 1946 die Vertreibung der vielen Millionen Deutschen aus der Heimat. Am 17. Juli 1946 wurde auch Dechant Lorenz in das Lager in Landskron eingewiesen. Eine Woche später, am Donnerstag, dem 25. Juli, ging dann der letzte Transport in die Amerikanische Zone. Der lange Transport in Viehwaggons fuhr über Prag - Pilsen - Furth im Walde - Regensburg - München - Ulm mit Endstation Göppingen. Der Vertriebenen-Transport kam nach drei Tagen Fahrt am Sonntag, dem 28. Juli 1946, im Güterbahnhof in Göppingen, nahe der Josefskirche, an.
Die Vertriebenen wurden in verschiedene Lager aufgeteilt: zu Firma Märklin, Handelsschule, Gasthaus Waldhorn, Kindergarten Hohenstaufenstraße sowie andere Häuser. Am 4. August 1946 meldete Stadtpfarrer Wäschle die Ankunft von Dechant Lorenz an das Bischöfliche Ordinariat in Rottenburg weiter. Er war 69 Jahre und als Pensionär eingetragen. Da er in der Nähe der Marienkirche wohnte, war es Stadtpfarrer Wäschle angenehm, wenn er manchmal an Werktagen die Spätmesse übernahm. Auch spendete der Pensionär öfters im Beichtstuhl das Bußsakrament. Bekannt ist noch, dass er auch zwei Hochzeiten einsegnete.
Nach etwa drei Jahren machten sich bei ihm ernsthafte Beschwerden bemerkbar. Er kam zur Behandlung ins damalige Flak-Lazarett im Bodenfeld (heute Ort der Bereitschaftspolizei). Stadtpfarrer Wäschle hat ihn öfters besucht. Die Beschwerden wurden immer stärker und am 4. März 1950 ist er dann verstorben.
Wie man später vernahm, war es der Wunsch von Dechant Lorenz, bei der Marienkirche beerdigt zu werden. Es bestand nach erst vier Jahren seit der Vertreibung bei vielen noch die Hoffnung, wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Aus diesem Grunde war im weißen Holzsarg innen noch ein Zinksarg. Auch wurde das Grab ausgemauert und mit ehemaligen Altarplatten verkleidet. So hätte bei einer Rückkehr nach Landskron der Sarg mitgenommen werden können. Etwas schwieriger war es, die Genehmigung für das Grab im Kirchhof zu bekommen. Der damalige Friedhofsverwalter von Göppinge, Herr Hauser, und sein Mitarbeiter, Herr Herbst, konnten aus ihrer Sicht die Genehmigung dafür nicht erteilen. Sie verwiesen an die Landesregierung in Stuttgart. Stadtpfarrer Gregor Wäschle, der früher auch Jura studierte, nahm sich der Sache an und setzte sich mit der Landesregierung in Verbindung. Die gewünschte Genehmigung für das Grab bei der Marienkirche wurde ihm erteilt.
Die Beerdigung von Dechant Lorenz war am Mittwoch, dem 8. März 1950. Unter großer Beteiligung von Landsleuten und Angehörigen der St. Marien-Gemeinde sowie zahlreicher Priester zelebrierte Stadtpfarrer Wäschle das feierliche Requiem. Der geschlossene Sarg mit der sterblichen Hülle war während des Requiems im Altarraum aufgestellt. Anschließend wurde der Sarg zu Grabe getragen.

Nach einiger Zeit wurde von einem Kunstschmied aus Rechberghausen, Herr Böhnel, ein eisengeschmiedetes Kreuz mit vier Bildreliefs angefertigt. Die Bilder zeigen: die Vertreibung, das tätige Volk bei der Heiligen Messe, die Jünger im Garten Gethsemani mit der Aufforderung "Wachet und betet" und schließlich der Ostertag "Die Auferstehung Christi".
Herr Franz Leischner, Schneidermeister aus Landskron, sammelte bei den Landsleuten für dieses schöne Kreuz. Es wurde somit von den Heimatvertriebenen finanziert. Als nach dem Konzil der Altarraum der Marienkirche umgestaltet und somit die Kommunionbank entfernt wurde, kamen die schönen Eisengitter der Kommunionbank auf Wunsch von Stadtpfarrer Eugen Schmidt als Einfassung zum Grab.
Die Familie Zorn aus Rechberghausen, Landsleute von Dechant Lorenz, sorgen für die Bepflanzung des Grabes. Göppingen ist die Patenstadt der Schönhengster. Alle zwei Jahre wird das Heimattreffen hier veranstaltet. Vom Schönhengster Heimatbund wird jedesmal ein Kranz oder eine Blumenschale ans Grab gestellt. Die Heimatvertriebenen aus dem Schönhengstgau gedenken beim Besuch des Grabes in Liee ihres ehemaligen Dechant Alois Lorenz.
Eduard Klement aus Olbersdorf (Kohling), jetzt Eislingen
Kroatische Gemeinde
Kroatische Katholische Gemeinde![]() | Pater Ivan P. Gavran OFM |
![]() | Pastoralreferent Branko Galic |